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Last Time Buy: Die richtige Menge planen und berechnen

Von Mark Tomasi, GeschäftsführerZuletzt aktualisiert

Kurz gesagt

Ein Last Time Buy (LTB) ist Ihre letzte Gelegenheit, ein abgekündigtes Bauteil beim Hersteller zu bestellen. Für die richtige Menge addieren Sie den verbleibenden Fertigungs- und Servicebedarf, berücksichtigen Ausschuss und einen Sicherheitspuffer und ziehen vorhandene Bestände ab. Frist verpasst? Dann bleiben Restbestände bei Distributoren und der freie Markt.

Was ist ein Last Time Buy?

Wenn ein Hersteller ein Bauteil abkündigt, veröffentlicht er eine Abkündigungsmitteilung (PDN, oft EOL-Mitteilung genannt) mit einem letzten Bestelltermin. Der Last Time Buy ist die Bestellung, die Sie vor diesem Termin aufgeben, um Ihren gesamten restlichen Bedarf zu decken – für Fertigung, Service und Reparaturen.

Last-Time-Buy-Bestellungen sind in der Regel nicht stornierbar und nicht rückgabefähig (NCNR). Was Sie bestellen, gehört Ihnen. Deshalb ist die Mengenentscheidung wichtiger als bei jedem gewöhnlichen Einkauf.

Der Zeitplan eines Last Time Buy

Die Fristen von 6 und 12 Monaten folgen der langjährigen JEDEC-Praxis (JESD48, heute J-STD-048). Maßgeblich sind immer die Termine in der Mitteilung selbst.
MeilensteinWas passiertÜbliche Frist
Mitteilung veröffentlichtDer Hersteller kündigt die Abkündigung an und nennt die betroffenen TeilenummernTag 0
Last-Time-Buy-DatumLetzter Tag für Bestellungen, in der Regel NCNRMeist mindestens 6 Monate nach der Mitteilung
Last-Time-Ship-DatumLetzte Auslieferungen durch den HerstellerMeist mindestens 12 Monate nach der Mitteilung
Nach dem Last-Time-Ship-DatumNur noch Restbestände bei Distributoren, Aftermarket-Fertigung oder der freie Markt—

Nicht bis zur Frist warten

Die Nachfrage steigt oft in den letzten Wochen vor dem Last-Time-Buy-Datum, und Hersteller können Mengen begrenzen. Bestellen Sie, sobald die Zahlen abgestimmt sind.

So berechnen Sie die Last-Time-Buy-Menge

Ermitteln Sie den Bedarf in fünf Schritten:

  1. Fertigungsbedarf: prognostizierte Stückzahl pro Jahr × verbleibende Produktionsjahre (oder bis ein Redesign fertig ist) × Bauteile pro Gerät.
  2. Servicebedarf: Ersatzteile, Reparaturen und Gewährleistung für die installierte Basis – oft vergessen und oft viele Jahre länger als die Fertigung.
  3. Ausschuss: Schlagen Sie Ihre übliche Verlustquote in Bestückung und Prüfung auf, meist wenige Prozent.
  4. Sicherheitspuffer: Planen Sie eine Reserve für Prognoseunsicherheit ein – bemessen danach, was Sie ein Engpass kosten würde.
  5. Vorhandene Bestände: Ziehen Sie ab, was Sie, Ihr EMS-Dienstleister oder andere Standorte bereits auf Lager haben – und runden Sie auf die Bestelleinheit des Herstellers auf (Rolle, Tray oder Stange).

Als Formel: LTB-Menge = (Fertigungsbedarf + Servicebedarf) × (1 + Ausschussquote) + Sicherheitspuffer − vorhandener Bestand.

Beispielrechnung. Verwenden Sie Ihre eigene Prognose, Ausschussquote und Bestelleinheiten.
SchrittBeispiel
Fertigung: 2.000 Geräte pro Jahr × 5 Jahre × 1 Bauteil pro Gerät10.000
Service und Reparaturen: 5 % der Fertigung+ 500
Ausschuss: 2 %+ 210
Sicherheitspuffer: etwa 5 %+ 535
Vorhandener Bestand− 1.800
Nettobedarf9.445
Aufgerundet auf Rollen à 2.500 Stück10.000

Zu viel oder zu wenig: die Kosten abwägen

Ein Last Time Buy bindet Kapital in einem Bestand, der gelagert und versichert werden muss und bei sinkender Nachfrage vielleicht nie verbraucht wird. Zu wenig zu kaufen kann jedoch weit teurer werden: eine stehende Fertigungslinie, Marktpreise für fehlende Bauteile oder ein früheres Redesign als geplant.

Wägen Sie beides ehrlich ab. Bei einem günstigen Bauteil in einem Produkt mit langer Servicezeit ist eine großzügige Menge meist billiger als ein Engpass. Bei einem teuren Bauteil mit unsicherem Bedarf kann ein kleinerer Last Time Buy in Kombination mit einem geplanten Redesign die bessere Wahl sein.

Bleibt am Ende mehr übrig als benötigt, hat der Überschuss weiterhin einen Wert – mehr dazu, wie Sie Überschussbestände verkaufen.

Last-Time-Buy-Bestände richtig lagern

Bauteile, die für fünf oder zehn Jahre Verbrauch gekauft werden, müssen so lange lötfähig und unbeschädigt bleiben.

  • Bewahren Sie Bauteile in der originalen, versiegelten Verpackung mit Etiketten und Dokumentation auf – das sichert Rückverfolgbarkeit und Wert.
  • Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit: Feuchteempfindliche Bauteile müssen gemäß ihrer MSL-Einstufung (J-STD-033) gelagert und gehandhabt werden, in Trockenverpackung oder Trockenschränken.
  • Kontrollieren Sie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und ESD-Schutz im Lager.
  • Für sehr lange Lagerzeiten orientieren Sie sich an IEC 62435, der Norm für die Langzeitlagerung elektronischer Halbleiterbauelemente, oder nutzen Sie einen spezialisierten Lagerdienstleister.
  • Prüfen Sie die Lötfähigkeit, bevor Sie lange gelagerte Bauteile verarbeiten.

OEM oder EMS: Wer bestellt?

Bei ausgelagerter Fertigung gibt häufig der EMS-Dienstleister den Last Time Buy im Auftrag des OEM auf. Da die Bestellung NCNR ist, sollten Sie schriftlich festlegen, wem der Bestand gehört, wer ihn bezahlt und wo er gelagert wird – bevor bestellt wird, nicht erst, wenn der Bestand gebraucht wird.

Last-Time-Buy-Frist verpasst?

Auch nach Ablauf der Herstellerfrist gibt es noch Möglichkeiten:

  • Autorisierte Distributoren haben oft noch Monate nach dem Last-Time-Ship-Datum Restbestände.
  • Manche Bauteile werden unter Lizenz von einem autorisierten Aftermarket-Hersteller weitergefertigt.
  • Der freie Markt – Broker, unabhängige Distributoren und Überbestände von OEMs – ist bei älteren Bauteilen oft die einzige verbleibende Quelle.

Bauteile vom freien Markt bergen ein Fälschungs- und Qualitätsrisiko, deshalb kommt es auf die Prüfung durch den Lieferanten an.

So geht Emporra vor

Jedes Bauteil, das wir versenden, wird vor dem Versand nach einem veröffentlichten Standard zur Fälschungsvermeidung – IDEA-STD-1010-B oder SAE AS6171 – geprüft und mit einem schriftlichen Prüfbericht geliefert. Tiefergehende Analysen sind auf Anfrage möglich. So funktioniert unsere Prüfung.

Senden Sie uns Teilenummer und Menge – wir durchsuchen unser geprüftes, weltweites Lieferantennetzwerk und melden uns innerhalb eines Werktags mit Beschaffungsoptionen. Den Gesamtzusammenhang finden Sie in unserem Leitfaden zum Obsoleszenzmanagement.

Weiterführend
Häufige Fragen

Fragen zu diesem Thema

Die Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet. „Last Time Buy“ bezeichnet die letzte Bestellmöglichkeit vor der Abkündigung, „Lifetime Buy“ betont, dass die Menge den gesamten restlichen Lebenszyklus des Produkts abdecken soll.
In der Regel nicht. Last-Time-Buy-Bestellungen sind meist nicht stornierbar und nicht rückgabefähig (NCNR). Stimmen Sie die Menge deshalb vor der Bestellung sorgfältig ab.
Das hängt von Bauteiltyp, Verpackung und Lagerbedingungen ab. Bei kontrollierter Lagerung – versiegelte Verpackung, Feuchtekontrolle nach J-STD-033 und Vorgehen nach IEC 62435 – lassen sich viele Halbleiter jahrelang lagern. Prüfen Sie vor der Verarbeitung die Lötfähigkeit.
Prüfen Sie Restbestände bei autorisierten Distributoren, fragen Sie nach einer lizenzierten Aftermarket-Fertigung und beschaffen Sie andernfalls am freien Markt bei einem Lieferanten, der die Bauteile prüft und dokumentiert.
Versiegelte, rückverfolgbare Überbestände lassen sich oft verkaufen. Senden Sie uns Ihre Liste – wir prüfen sie gegen die aktuelle Nachfrage.

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